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10.04.2017

Abschied und Neubeginn

Nach dem Auszug der unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten bereitet sich die Burg Schwaneck auf Jugendherbergsbetrieb vor. Nach einer kurzen Umbau- und Renovierungsphase geht's am 1. Juli 2017 wieder los!


Ende März haben die letzten geflüchteten Jugendlichen die Burg Schwaneck verlassen. Während der vergangenen 18 Monate hatte der Landkreis München im Übernachtungshaus des Kreisjugendring München-Land zwischenzeitlich bis zu 116 unbegleitete Jugendliche untergebracht, die aus ihren Heimatländern geflohen waren. Nach einer kurzen Umbau- und Renovierungsphase wird die Burg dann am 1. Juli 2017 ihren Betrieb als Jugendherberge wieder aufnehmen.

Bei einem großen gemeinsamen Abschiedsessen im Rittersaal der Burg Schwaneck am 24. März 2017 kamen Jugendliche, Betreuer_innen sowie hauptberufliche und ehrenamtliche Helfer und Helferinnen noch einmal zusammen, um sich zu verabschieden, danke zu sagen und Adressen auszutauschen. Alle Beteiligten – insgesamt rund 120 Personen – erhielten als Dankeschön ein frisch gedrucktes Kochkartenset, das im Rahmen der interkulturellen Werkstatt entstanden war und eine Dankeskarte, die einer der jugendlichen Geflüchteten gezeichnet hatte.

Während ihres rund anderthalbjährigen Aufenthalts in Pullach wurden die Jugendlichen von der Diakonie Jugendhilfe Oberbayern betreut, Jonas Better Place stellte die Sicherheitskräfte. Die Burg als Jugendbildungsstätte und Jugendherberge gewährleistete Unterbringung, Verpflegung sowie Freizeit- und Bildungsangebote wie etwa sportliche Aktivitäten, Musikunterricht oder Kunst-Workshops. Koordiniert vom Kreisjugendring München-Land kümmerte sich außerdem ein Helferkreis von rund 60 Ehrenamtlichen um eine kontinuierliche Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe für die jungen Menschen aus Afghanistan, Syrien, Eritrea, Äthiopien, Somalia, dem Iran, Irak, Pakistan, Albanien, Gambia und Nigeria. Da die Unterbringung auf der Burg für einen begrenzten Zeitraum angelegt war, koordinierte das Kreisjugendamt die Verlegung der Jugendlichen in andere Einrichtungen der Jugendhilfe. In verschiedenen Gemeinden im Landkreis wurden überwiegend kleine Wohneinheiten eingerichtet, wo die Jugendlichen je nach festgestelltem Bedarf an Jugendhilfe voll- oder teilbetreut werden. Trotz der teilweise weiten Entfernung zu Pullach möchten Jugendliche und Ehrenamtliche den Kontakt aufrecht erhalten, auch mittlerweile institutionalisierte Treffen wie etwa das beliebte gemeinsame Kochen im Naturerlebniszentrum sollen künftig weiter stattfinden.

Auf der Jugendherberge sind nun vergangene Woche die seit Herbst 2016 geplanten Umbaumaßnahmen angelaufen. Oberstes Ziel ist, mehr Sicherheit und Service für die Gäste zu schaffen sowie eine behindertengerechte Ausgestaltung des Hauses. So wird etwa das Café samt Abendrezeption ins Erdgeschoss verlegt, eine Umgestaltung des Burghofs ermöglicht künftig Rollstuhlfahrern einen leichteren Zugang. Der Umbau des Küchenbereichs zur Verbesserung der Arbeitsergonomie steht ebenso auf dem Programm wie die jährlichen Bauunterhaltungsmaßnahmen, die im Zuge der Unterbringung seit 2015 zurückgestellt werden mussten. Den neuen Glanz von Schwanthalers Jugendtraum werden die ersten Gäste der Jugendherberge dann im Juli 2017 genießen können.